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Viel Lokalkolorit bei der Nauheimer KFK-Sitzung (20.02.2012)

„Im Himmel ist die Hölle los“ lautete das Motto der KFK-Sitzung. Im „Saalbau“ feierten 150 Engel, Teufel und andere bunt kostümierte Menschen mehr als fünf Stunden ausgelassen Fastnacht. Sitzungspräsidentin Renate Lihl hatte zusammen mit Cornelia Czernek und Ralf Uhlemann als närrisches Dreigestirn eine abwechslungsreiche Sitzung zusammengestellt. Lihl kann dabei auf ein schier unerschöpfliches Reservoir eigener Vollblutfastnachter bauen, das von außen hervorragend ergänzt wird. So sorgten die kleinen und großen TV-Jazztanzgruppen mit ihrem teuflisch-himmlischen Auftritt und einem Indianertanz für Begeisterung. Erstmals waren die Männer der „Dancing Devils“ des Bischofsheimer Carnevalvereins zu sehen und eroberten ihr Publikum im Sturm. Bravourös hatte Nachwuchsredner David Czernek als erster in der Bütt den Saal in seinen Bann gezogen. Als „Vereinsmeier“ berichtete er von seinem Engagement in allen Vereinen im Ort.

Bahn-Fahrkarten nur durch den Untergrund

Ralf Uhlemann als himmlischer Protokoller gelang es dennoch, diesen Vortrag zu toppen. Er erinnerte an die „Kochprofis“ vom Fernsehen in einer örtlichen Gaststätte. Die Wirtin wusste die Gunst der Stunde aber nicht zu nutzen und fuhr gleich in Urlaub, erinnerte er. Mit scharfem Blick beobachtete er das Eisvergnügen auf dem Hegbachsee, bei dem sich die Gemeinde als Spielverderber entpuppte. Erstaunlich gut gelinge die Zusammenarbeit im gemeinsamen Pfarrgemeinderat mit Königstädten, richtete er den Blick nach innen. Kritische Worte gab es für den Bahnhof mit nur einem Fahrkartenautomaten. Billets seien so nur durch den Untergrund zu bekommen.

Glanzlichter setzte auch Cornelia Czernek. Als „Teufelsweib“ erzählte sie von ihren sieben Streichen. Darunter waren der „Schneewittchensarg“ am Rathaus mit Rotlichtmeile und „Room-Sharing“ in der Verwaltung, um neue Einnahmen zu generieren. Czernek und Uhlemann können auch lustig sein, wie sie später im Zwiegespräch als Teufel und Engel bewiesen. Ebenso wie Pfarrer Christof Mulach, der mit Gemeindereferentin Nadja Dierkes aus der Pfarrgemeinde erzählte.

Bürgermeister Jan Fischer stieg als „Liftboy vom Rathaus“ in die Bütt. Er hatte sich seine Gedanken über den bei der millionenschweren Sanierung des Rathauses vergessenen „Waltzschen Aufzug“ gemacht. Von den Parteien würden nun Forderungen gestellt. Für die CDU müsse Hans-Joachim Brugger samt Fahrrad hineinpassen, die Grünen wollen ihn mit Muskelkraft betreiben, für die SPD sei das Funkfeuer wichtiger. Einzig die FDP habe keine Probleme, da passe die gesamte Fraktion hinein, meinte Fischer.

Das Stimmungsbarometer bei KFK stieg immer weiter. Bei den „Schwarzbachtrommlern“ aus Trebur wurde spontan eine Polonaise durch den Saal getanzt. Mitgesungen wurde bei den Erzgebirglern und ihren „Kölschen Fastnachtsliedern“, Tränen gelacht beim „Frühstücksfernsehen“ mit Irmgard Dittmar, Judith Fischer und Jutta Sünner. Zum Schluss begeisterten noch Lihl mit Stimmungsliedern und die „Finther Schoppesänger“ mit ihrem Vortrag das Publikum.

Quelle: Main-Spitze


Jahresrückblick der Schwarzbach Trommler (13.01.2012)

Wir möchten zunächst unseren Unterstützern und allen Musikfreunden ein frohes neues Jahr 2012 wünschen.
Im vergangenen Jahr haben wir einen Marathon an Auftritten hinter uns, insgesamt 48. Davon spielten wir bei 7 Fastnachts- und 13 Kerweveranstaltungen im gesamten Kreis Groß-Gerau, unter anderem in Trebur, Geinsheim, Nauheim, Wallerstädten und vielen Anderen. Auch bei privaten wie öffentlichen Festen waren wir gern gesehen und kommen hier auf stolze 28 Auftritte. Besonders freuen wir uns, dass wir zum ersten Mal bei Spass und Nass im Treburer Freibad auftreten und das wir das 20-jährige Jubiliäum eines Gerüstbauers in der Nähe musikalisch begleiten durften. Die Treburer Laufnacht war ein Bestandteil unseres Jahresprogramms und Spass uff de Gass war wieder einmal ein Highlight in unserem Kalender. Ebenfalls eine Ehre für uns war es auf Vermählungen spielen zu dürfen. An dieser Stelle wünschen wir den frisch gebackenen Ehepaaren noch einmal alles Gute und hoffen das unser Auftritt den wohl schönsten Tag in ihrem Leben abgerundet hat.
Unseren letzten Auftritt hatten wir kurz vor Weihnachten. Am 23.12. beglückwünschten wir, das für uns, letzte Geburtstagskind des Jahres.
Natürlich werden wir auch in diesem Jahr bei einigen Fastnachtsumzügen und -sitzungen sowie privaten und öffentlichen Veranstaltungen auftreten, eine aktuelle Liste unserer Auftritte finden Sie stets auf unserer Webseite unter www.schwarzbachtrommler.de.


Wetterglück und Prinzessinnen-Pracht beim 50. (09.01.2012)
Fastnacht 25 Vereine sind dabei

Farbenprächtige Uniformen mit goldenen Litzen, Dreispitze und Tschakos, Standarten, Schellenbäume und Kanonen, würdige Herren mit Epauletten über der schwer mit Orden behängten Brust: So ähnlich darf man sich die Szenerie vor rund 200 Jahren beim Friedensschluss von Tilsit vorstellen, oder vor dem Palais am Ballhausplatz während des Wiener Kongresses.
Wir aber befinden uns auf der Hügelstraße in Darmstadt, wo hier eine Gruppe in roten Uniformröcken plaudernd beisammensteht, dort eine Schar in königsblau mit wehenden Hutfedern. Immer mal wieder bricht ein Sonnenstrahl durch die Wolken. Es ist Sonntagmittag wenige Minuten vor Beginn des fünfzigsten Rhein-Mainischen Gardeumzugs durch die Innenstadt, der traditionell die hiesige Straßenfastnachtssaison eröffnet.
50 Jahre das ist kein echtes Fastnachtsjubiläum, und dennoch ein großer Tag für Helmut Rathgeber, bei dem heute alle Fäden zusammenlaufen. Der Zugmarschall von den Woogshusaren schüttelt pausenlos Hände, gibt letzte Anweisungen und verliert auch im Trubel keine Sekunde seine heitere Gelassenheit. Das macht einfach Spaß, sagt er. Sein Wunsch für das Gardetreffen: Dass das Wetter hält und dass alle gesund bleiben.
Schönes Wetter, gute Stimmung heute geht's richtig los, freuen sich auch Bärbel I. und Ralf I., Karnevalsprinzenpaar aus Messel. Sie sind eines von nicht weniger als vier Prinzenpaaren, die sich in Darmstadt die Ehre geben. Auch Pfungstadt, Dietzenbach und Weiterstadt haben Fastnachtsadel entsandt.
Zahlreiche Fastnachts-Würdenträger aus der Rhein-Main-Region verfolgen auf der Karstadt-Treppe den Gardezug.
Renate I. aus Pfungstadt genießt das Spektakel in vollen Zügen. Als Singende Prinzessin wird sie von Rathgeber begrüßt. Stimmt, ich singe auch, was gewünscht wird, von Andrea Berg bis zu Fastnachtsliedern, bestätigt Renate, die im August von Prinz Ludwig angesprochen worden war: Sie hatten noch keine Prinzessin. Das macht richtig Spaß, ich würde am liebsten in dem Kleid schlafen gehen.
Ein paar Schritte weiter stehen die Gardistinnen Lydia, Kristin, Larissa vom KC Wixhausen sowie Melanie und Michaela vom Darmstädter Garde Corps beisammen. Sie haben sich voriges Jahr bei der Gemeinschaftssitzung der Darmstädter Karnevalsvereine getroffen und freuen sich über das Wiedersehen. Wird es nicht kalt in den kurzen Röckchen? Die jungen Frauen lachen: Verglichen mit dem Vorjahr sind das doch sommerliche Temperaturen!
Um Punkt 14 Uhr setzt sich der bunte Zug in Bewegung Richtung Otto-Berndt-Halle, quer durch die City, wo im Anschluss der Manöverball gefeiert wird. Die Blankenlocher Hardtwaldhexen als Vertreter der alemannischen Fastnacht haben es nicht rechtzeitig zum Zug geschafft, der Dieter-Bessler-Spielmannszug und der Darmstädter Carneval -Club in der TG 75 mussten krankheitsbedingt absagen.
Bleiben immer noch Vertreter von 25 Vereinen, die vor allem die Fußgängerzone mit Trommelklang und Hä-Hopps, Bonbons und reichlich guter Laune füllen: Von Zugmarschall Rathgeber, wegen eines Fußleidens nach Art eines römischen Wagenlenkers auf einem schwarzen Pickup stehend, bis zur Abordnung aus Stockstadt am Zugende. Erstmals dabei sind die United Diamonds Pfungstadt und die schmuck in Bordeauxrot gewandeten Schwarzbachtrommler aus Trebur.
Dass der Gardezug durch die Hendshemmer Herolde aus Heidelberg und die Marsch Mellows des KC Eiche lautstark eingetrommelt wird, hat sich schon weit vor der Ehrentribüne auf der Karstadt-Treppe erstmals bezahlt gemacht. In der Hügelstraße, gleich neben Dolly Buster, fliegt nach dem Vorbeizug dieser Kapellen eine Haustür auf, und zwei Dutzend durch die Marschmusik alarmierte Kinder eilen fröhlich lärmend hinter dem Wagen der TSG 1846 her, wo der Elferrat generös ein paar Popcorntüten zusätzlich wirft.
Die Kinder kommen aus dem Kurdistan Informations- und Beratungszentrum, wo offensichtlich gerade gefeiert wird, und die prächtigen Gewänder der Mädchen können neben den schönsten Karnevalsprinzessinen- kleidern bestehen. Womit sich wieder zeigt: Das Rhein-Mainische Gardetreffen ist wirklich für alle da.
Quelle: echo-online